
In regelmäßigen Abständen bekommt Google Maps Updates, die den Dienst mit neuen Funktionen und mehr Bedienkomfort versorgen.
Mit der Einführung der Google-KI Gemini, die auf Mobilgeräten den Google Assistant ablösen wird, erhält auch der Onlinekartendienst einige Neuerungen.
Aber auch auf Features ohne KI dürfen Sie sich freuen. Außerdem stellen wir Ihnen Maps-Alternativen vor, deren Server nicht in den USA stehen.
Zeitachse: Nur noch lokal gespeichert
Wer sich gerne an vergangene Urlaube, Ausflüge oder einfach an besondere Erlebnisse erinnert, der dürfte die Google Timeline, auch bekannt als Zeitachse oder früher Standortverlauf, in der App und der Browserversion von Google Maps besonders schätzen.
Sie zeigt anhand der GPS-Daten Ihres Smartphones an, wo Sie sich an einem bestimmten Tag befunden haben. Auch Fotos und Videos, die Sie während Ihres Aufenthalts an einem Ort gemacht haben, lassen sich dort einblenden, sodass Sie sich immer daran erinnern können.

Die Zeitachse in Google Maps wird seit Kurzem nur noch lokal auf dem Mobilgerät gespeichert. Möchten Sie sie auf ein anderes Gerät übertragen, etwa ein neues Smartphone, machen Sie dies in der App über ein Backup in die Google-Cloud. Sie können die Zeitachse dort aber auch deaktivieren oder löschen.
Die einzelnen Stationen lassen sich auch bearbeiten, etwa um Fehler auszubessern oder unwichtige Einträge zu löschen. So können Sie immer genau nachvollziehen, wo Sie an welchem Tag zu welcher Uhrzeit waren.
Nun hat Google angekündigt, die Zeitachse nur noch lokal auf dem Mobilgerät zur Verfügung zu stellen, was zur Folge hat, dass die Zeitleiste in der Webversion von Google Maps abgeschafft wurde.
Nutzer wurden diesbezüglich per Mail, Push- oder In-App-Nachricht informiert und konnten ihre Daten mithilfe einer von Google bereitgestellten Anleitung für ein Backup lokal auf das Mobilgerät übertragen.
Nachträglich ist dies nun nicht mehr möglich: Eine Timeline, die nicht rechtzeitig übertragen wurde, ist unwiederbringlich verloren.
Es ist jedoch möglich, die Zeitachse per Backup von einem Smartphone auf ein anderes zu übertragen.
Öffnen Sie sie dazu in der Google-Maps-App über „Für Dich“ und dann ganz unten links „Zeitachse“. Tippen Sie anschließend auf das Wolkensymbol, um das Cloudbackup über die Seite „Daten sichern“ zu aktivieren.
Die Daten werden per WLAN auf die Google-Server geladen und dort verschlüsselt gespeichert, sobald das Mobilgerät inaktiv ist.
Zum Wiederherstellen auf dem neuen Gerät gehen Sie auf diesem denselben Weg, tippen jedoch dann auf der Seite „Daten sichern“ auf die drei Punkte neben dem Backup und „Importieren“.
Übrigens: Die Timeline setzt voraus, dass Sie Ihre „Web- & App-Aktivitäten“ speichern lassen. Möchten Sie sie daher aus Datenschutzgründen abschalten, ist dies problemlos möglich.
Im Browser öffnen Sie dazu die URL https://myactivity.google.com und sehen im Abschnitt „Zeitachse“, ob die Speicherung an- oder abgeschaltet ist.
Normalerweise ist sie aktiv, also auf „An“. Um die Einstellung zu ändern, klicken Sie auf die Fläche und wählen im Dropdown-Menü „Deaktivieren“ oder „Deaktivieren und Aktivitäten löschen“. Wählen Sie gegebenenfalls per Haken aus, für welche Mobilgeräte die neue Einstellung gelten soll.
In der Maps-App öffnen Sie, wie bereits beschrieben, über „Für Dich“ die Zeitachse. Über die drei Punkte rechts oben und „Einstellungen für Standortverlauf und Datensc…“ gelangen Sie zur Seite „Persönliche Inhalte“.
Hier können Sie die Zeitachse deaktivieren, ganz oder teilweise löschen und auch das Speichern Ihrer „Web- & App-Aktivitäten“ ausschalten.
Immersive View: Multidimensional eintauchen in die Stadt
Bereits seit einigen Jahren ist die KI-Funktion „Immersive View für Routen“ in der Maps-App für Städte wie Amsterdam, Barcelona, Dublin, Florenz, Las Vegas, London, Los Angeles, Miami, New York, Paris, San Francisco, San Jose, Seattle, Tokio und Venedig erhältlich.
Dabei liefert Ihnen die Maps-App zu einer gesuchten Strecke eine komplette mehrdimensionale Routenansicht mit detaillierten, visuellen Abbiegehinweisen, simulierten Verkehrs- und Wetterbedingungen, Parkplätzen sowie weiteren Infos, die zur Reiseplanung nötig sind.

Für einige deutsche Städte wie München oder Berlin sowie für einige Sehenswürdigkeiten ist die Immersive View in Google Maps bereits verfügbar. Sie können sich dann – noch stärker als bei Google Street View – in mehrdimensionalen Aufnahmen bewegen, erhalten simulierte Wetterprognosen und mehr.
Aber auch für Sehenswürdigkeiten, Parks und Universitätsgelände sind derartige Infos verfügbar. Die Daten stammen von Google Street View, aber auch von Luftbildern.
Nun wurde die Verfügbarkeit von Immersive View um zusätzliche Städte erweitert, darunter Brüssel und Kyoto.
Und auch für vereinzelte deutsche Städte ist die Funktion mittlerweile verfügbar, allerdings meist nur für konkrete Sehenswürdigkeiten: So können Sie in Berlin das Brandenburger Tor, den Reichstag, die Siegessäule und den Dom erkunden.
In München gibt’s beispielsweise den Marienplatz und den Olympiapark immersiv, in Köln den Dom sowie das Museum Ludwig und in Frankfurt am Main das Historische Museum. Weitere immersive Städte sind Hannover, Stuttgart und Hamburg.
Um Immersive View zu nutzen, suchen Sie nach einem Ort oder einer Sehenswürdigkeit, für die die Funktion bereits verfügbar ist, etwa den Münchner Olympiapark. In den Vorschaubildern finden Sie eines mit der Infofläche „Immersive View“.
Tippen Sie auf das Bild, können Sie sich anschließend mit dem Finger darin bewegen, hineinzoomen und POIs wie Restaurants aufrufen. Ist Immersive View für eine Routenplanung verfügbar, sehen Sie links unten ein Vorschaubild mit einem stilisierten Würfel eingeblendet.
Gemini: Vorschläge, Zusammenfassungen und Zwischenstopps
Was Google bereits bei der Suche eingeführt hat, soll demnächst auch bei Google Maps nutzbar sein: von Gemini erstellte Zusammenfassungen von Suchergebnissen. So können Sie beispielsweise in Google Maps nach Vorschlägen zur Abendgestaltung in Ihrer Heimatstadt suchen, und Gemini zeigt Ihnen an, was Nutzer für gut befunden haben. Das funktioniert in der Maps-App wie im Browser.
Haben Sie sich für einen Treffer entschieden und öffnen dessen Detailseite, erhalten Sie eine von Gemini erstellte Zusammenfassung aller Bewertungen.

Mit der Google-eigenen KI Gemini, die den Google Assistant ablösen wird, können Sie Google Maps künftig gezielt nach Vorschlägen etwa für die Abendunterhaltung fragen, sich aber auch Rezensionen zusammenfassen und empfehlenswerte Zwischenstopps in Ihre Routenplanung einfügen lassen.
Aber auch die Navigation profitiert von Googles Künstlicher Intelligenz. Wer beispielsweise damit eine Route von A nach B plant, kann jetzt auch KI-Zwischenstopps einfügen lassen. Diese werden dann von Gemini vorgeschlagen und können Sehenswürdigkeiten, besonders attraktive Orte oder Restaurants sein.
Für eine bessere Lesbarkeit der Karten hat Google die Optik der Kartendarstellung in Google Maps angepasst. Die Farben des neuen Kartenstils fallen insgesamt heller und dadurch knalliger aus und entsprechen damit dem mit Android 16 neu vorgestellten Designkonzept „Material 3 Expressive“.

Das mit Android 16 eingeführte Designkonzept Material 3 Expressive fällt insgesamt deutlich bunter und auffälliger aus als die Vorgängerversion Material You. Davon profitiert auch Google Maps, denn die kräftigen Farben und die überarbeiteten Pins erhöhen die Lesbarkeit der Karten.
Dieses fällt deutlich bunter aus und lässt auch mehr unterschiedliche Formen zu als das bisher verwendete Material-You-Designkonzept. Im Zuge der farblichen Umgestaltung hat Google auch gleich die Markierungen in den Karten überarbeitet, also die Pins für Restaurants, Hotels, Tankstellen, Shoppingmöglichkeiten etc. Auch sie sind jetzt bunter und auffälliger.
Bessere Navigation: Spuranzeige, Parkplätze und mehr
Um gerade an unübersichtlichen Straßenkreuzungen, Auf- und Abfahrten nicht den Überblick zu verlieren, hat Google die Navigationsanzeige überarbeitet.
Allerdings ist sie derzeit nur in amerikanischen Großstädten verfügbar. Fahrspuren, Zebrastreifen und Verkehrsschilder werden dabei deutlicher angezeigt, was den rechtzeitigen Fahrspurwechsel vereinfachen soll.

Die überarbeitete Navigationsanzeige in Google Maps, die etwa bei unübersichtlichen Kreuzungen den Spurwechsel vereinfachen soll, ist derzeit nur für amerikanische Großstädte verfügbar. Sie wird ergänzt von einer Parkplatzanzeige und einer Fußgängernavigation für die letzten Schritte zum Ziel.
Laut Google müssen Sie bei der Fahrt einfach nur der blauen Linie folgen, um zum Ziel zu gelangen.
Haben Sie dieses erreicht, will Ihnen Google Maps künftig auch nahe gelegene Parkplätze anzeigen. Außerdem wechselt die Wegbeschreibung dann automatisch zur Fußgängernavigation und lotst Sie zum gewünschten Eingang.
Hier lassen sich dann auch Street View und die AR-Fußwegnavigation nutzen.
Deutsche Alternativen zu Google Maps
Wer aus Datenschutzgründen komplett weg von Google Maps möchte und stattdessen eine Navigationslösung aus Deutschland bevorzugt, der findet in Open Street Map und den dazugehörigen Apps für PC und Smartphone eine gute Alternative.
Open Street Map (OSM) ist, wie der Name bereits andeutet, ein Open-Source-Projekt, dessen Kartenmaterial ähnlich wie Google Maps neben Straßen und Wegen auch Flüsse, Wälder, Häuser, ÖPNV-Linien, POIs wie Restaurants und vieles mehr enthält.
Je nach verwendeter App lässt sich bei der Routenplanung auf Basis der OSM-Karten auch angeben, ob Sie mit dem Auto, Fahrrad, Motorrad oder zu Fuß unterwegs sind, und auch POIs und Sehenswürdigkeiten lassen sich einblenden.
Eine App für den PC, die OSM-Karten benutzt und die sich vor allem für Fahrradfahrer empfiehlt, ist BRouter.
Über das Drop-down-Menü lässt sich hier genau einstellen, mit welchem Fahrzeug Sie unterwegs sind. Neben dem obligatorischen Auto können Sie hier vor allem den genauen Fahrradtyp hinterlegen, darunter Trekkingrad, Liegerad und Rennrad.
Aber auch Optionen wie „Sicherste Route“ oder „Kürzeste Route“ dürfen Sie hinterlegen.
Eine ähnliche Auswahl, was das Fahrzeug angeht, haben Sie auch bei Graphhopper. Zudem lassen sich hier Wegpunkte und Zusatzangaben wie „Autobahn vermeiden“ hinzufügen.
Isochrone, also die Bereiche um einen Ort, die sich innerhalb einer vorgegebenen Zeit erreichen lassen, kann Valhalla ausgeben, und natürlich stehen auch hier verschiedene Fahrzeugtypen für die Navigation bereit.
Vom Heidelberg Institute for Geoinformation Technology stammt Open Route Service, wo Sie als Fahrzeug auch eine landwirtschaftliche Maschine und einen Rollstuhl auswählen können.
Apps fürs Smartphone, die auf OSM basieren, sind etwa Osmand mit POIs und topografischen Infos sowie Organic Maps Offline Karten. Beide Apps funktionieren auch offline und unterstützen GPX-Tracks.