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Speicherkrise: Preise für RAM, Grafikkarten und SSDs explodieren

Verfasst: Montag 19. Januar 2026, 15:57
von ww_michael
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Im Zuge der historischen Speicherkrise sind die Preise für DDR3-, DDR4- und DDR5-Arbeitsspeicher sowie Grafikkarten und SSDs seit Juli 2025 förmlich explodiert und noch immer ist kein Ende in Sicht. Die Website 3DCenter.org liefert Details.

Im Zuge der historischen Speicherkrise, welche insbesondere durch die exorbitant hohe Nachfrage aus dem nach wie vor boomenden KI-Segment getrieben wird, sind die Preise für DDR3-, DDR4- und DDR5-Arbeitsspeicher sowie Grafikkarten und SSDs seit Juli 2025 förmlich explodiert und noch immer ist kein Ende in Sicht. Die Website 3DCenter.org liefert mit ihrem "Speicherkrise-Preisindex" einen sehr detaillierten Einblick in die Preisentwicklung sämtlicher betroffener Hardware-Komponenten.
DDR5-Preise steigen um bis zu 430 Prozent

Am stärksten von der globalen Speicherkrise betroffen sind DDR5-Speichermodule, welche seit Juli vergangenen Jahres um durchschnittlich etwa 340 Prozent teurer geworden sind. Am stärksten betroffen sind demnach 2 × 16 GiByte DDR5 mit Speichergeschwindigkeiten von 6.000 MT/s, welche um rund 430 Prozent angestiegen sind. Hier sind die Nachfrage und der Mangel am größten.

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Sämtliche Speichermodule und Speicherkits, welche für Spieler besonders relevant und damit am häufigsten nachgefragt sind, stiegen am deutlichsten im Preis. Wurden 2 × 16 GiByte DDR5-6000 im Juli 2025 noch für unter 100 Euro angeboten, werden inzwischen 450 Euro und mehr fällig. Die Angebotslage ist zudem sehr dünn.
DDR5: 450 Euro für 32 GiByte im PCGH-RAM-Barometer

Viele Angebote stammen vom Amazon Marketplace und eBay, während die Preise bei den gewöhnlichen Anlaufstellen im Einzelhandel in der Regel noch einmal deutlich höher ausfallen. Während die Preissteigerungen im November (+49%) und im Dezember (+93%) deutlich am stärksten ausgefallen sind, betrug die durchschnittliche Preissteigerung im Januar rund 28 Prozent.

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Auch wenn sich die Kurve zuletzt ein wenig abgeflacht hatte, erwarten die renommierten Marktforschungsunternehmen wie TrendForce, dass die Spitze der Preissteigerungen noch nicht erreicht ist. Voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres 2026 sollen die Höchststände erreicht sein und dann vorerst auch auf höchstem Niveau verbleiben.
Auch DDR4 und DDR3 wurden zuletzt immer teurer

Doch nicht nur aktueller DDR5-Arbeitsspeicher ist von der Speicherkrise betroffen, auch die Speicherbausteine ("ICs") für DDR4- und DDR3-Speichermodule sind in dem genannten Zeitraum um durchschnittlich etwa 220 Prozent teurer geworden. Wie beim DDR5-Speicher sind auch hier die populärsten Module am stärksten betroffen. DDR4 ist zuletzt als Alternative zu DDR5 stärker in den Fokus gerückt und wurde daher insbesondere zwischen Dezember und Januar noch einmal deutlich teurer.

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Während Zen 3 und der Sockel AM4 ("PGA-1331") kurzzeitig als gangbare Alternative für günstige Gaming-PCs galten, machen die hohen Speicherpreise die altehrwürdige Plattform inzwischen auch immer weniger interessant. Schnelle Gaming-CPUs wie beispielsweise der Ryzen 7 5800X3D sind zudem leider nicht mehr verfügbar.
Hardware wird immer teurer: Chronologie der Speicherkrise

Doch nicht nur gewöhnliche Speichermodule für Desktop-PCs, sogenannte DIMMs, sind deutlich im Preis gestiegen, auch eine zuletzt entdeckte Alternative wird immer stärker nachgefragt und gilt nicht länger als Geheimtipp.
SO-DIMMs sind mittlerweile kein Geheimtipp mehr

Wie die Erhebungen von 3DCenter.org zeigen, sind auch die zuletzt als Geheimtipp gehandelten und per Adapter in den Desktop-PCs transferierten SO-DIMMs zuletzt deutlich im Preis gestiegen. Bis zu 340 Prozent mehr müssen hier inzwischen investiert werden, eine günstige Alternative sieht definitiv anders aus.

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Während SO-DIMMs im Dezember noch weniger Beachtung fanden und im Preis deutlich weniger (+39%) anstiegen als DIMMs, herrschte im Januar bereits Parität im Hinblick auf die Preissteigerung. Genauso wie DDR4 sind auch die SO-DIMMs mit DDR5-Speicherbausteinen kaum noch eine sinnvolle Alternative.
SSDs und Festplatten leiden unter der Speicherkrise

Neben den Speicherbausteinen für Arbeitsspeicher leiden auch NAND-Speicher für SSDs und traditionelle Festplatten unter der aktuellen Speicherkrise. Während die PCIe-SSDs für den M.2-Erweiterungsslot seit Juli 2025 im Durchschnitt um rund 80 Prozent zugelegt haben, sind die SATA-Festplatten im selben Zeitraum durchschnittlich um etwa 50 Prozent teurer geworden. Auch hier trifft die Teuerungsrate insbesondere die beliebtesten Speichergrößen.

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Doch auch auf einer anderen Hardware-Komponente, den Grafikkarten, welche für Spieler von größter Bedeutung sind, kommen DRAM-Speicherbausteine in größeren Mengen als GDDR6 und GDDR7 zum Einsatz, was die Preise deutlich steigen ließ.
Grafikkarten wurden wieder deutlich immer teurer

Wie die Datenerhebungen von 3DCenter.org bestätigen, haben zuletzt auch die Grafikkartenpreise stark angezogen. Durchschnittlich 14 Prozent mehr müssen inzwischen investiert werden, während die Geforce RTX 5090 (+33%) sowie die Geforce RTX 5080 (+21%) am stärksten betroffen sind. Grafikkarten mit viel Grafikspeicher (ab 12 GiByte) sind erwartungsgemäß stärker betroffen.

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Konnte die Geforce RTX 5090 im Mai 2025 erstmals zu einem Preis unterhalb des UVPs von 2.329 Euro erstanden werden, müssen inzwischen durchschnittlich mehr als 3.000 Euro für die derzeit schnellste Grafikkarte investiert werden. Noch im Dezember bot Nvidia die Founders Edition kurzzeitig für 2.099 Euro an.
Geforce RTX 5090 FE für 2.099 Euro sofort ausverkauft [Update]

Abschließend wirft 3DCenter.org noch einen Blick auf das gesamte Ausmaß der "RAMpocalypse", welche für Spieler und das Gaming-Segment ein horrendes Ausmaß erreicht hat. Diese enormen Preissteigerungen werden voraussichtlich verheerende Auswirkungen auf den Absatz von CPUs, Grafikkarten, SSDs und Arbeitsspeicher haben, während vorkonfigurierte Gaming-PCs fast schon absurd teuer werden.

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Wie die meisten Marktforschungsunternehmen geht auch 3DCenter.org davon aus, dass die immer höheren Speicherpreise das gesamte Jahr 2026 voll im Griff haben und frühestens 2027 mit leicht sinkenden Preisen zu rechnen sein dürfte.

Positive Nachrichten sollten hingegen ein Abschmelzen der Preisübertreibungen beinhalten, was allerdings wohl noch viele Monate und womöglich das ganze Jahr 2026 über nicht zu erwarten ist.

Wenn da keine wirklich bedeutsamen externen Schocks passieren (wie ein schnelles Platzen der KI-Blase), dürfte die Speicherkrise und deren Preisübertreibungen das Jahr 2026 (leider) fest im Griff haben.

— 3DCenter.org

Aktuell ist leider viel mehr davon auszugehen, dass sich 32 GiByte DDR5-6000 eher in Richtung 500 Euro pro Speicherkit bewegen und die Geforce RTX 5090 bald zu Preisen von 4.000 Euro und mehr gehandelt wird. Einige Händler rufen solche Preise bereits jetzt für diverse Custom-Designs auf. Samsung, SK Hynix und Micron werden die Betreiber von riesigen KI-Rechenzentren bis auf Weiteres priorisieren. Die drei beherrschenden DRAM-Fertiger verdienen sich damit eine goldene Nase.
Speicherkrise: Wer verdient sich eine goldene Nase?

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