Ugreen NASync iDX6011 Pro im Test: NAS für lokale KI

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ww_michael
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Ugreen NASync iDX6011 Pro im Test: NAS für lokale KI

Beitrag: # 4673Beitrag ww_michael »

Ugreen schickt mit dem NASync iDX6011 Pro ein 6-Bay-NAS mit Intel Core Ultra 7 255H, 64 GB LPDDR5X, Dual-10GbE, Thunderbolt 4 und OCuLink ins Rennen. Wir haben das Premium-NAS getestet.

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Mit dem NASync iDX6011 Pro bringt Ugreen ein 6-Bay-NAS auf den Markt, das den klassischen Heimspeicher mit lokalen KI-Funktionen verbindet. Statt auf Cloud-Dienste setzt der Hersteller auf lokale Sprachmodelle direkt im Gerät. Wir haben getestet, wie sich der Premium-Speicher im Alltag schlägt.

Hinweis zur Verfügbarkeit: Unser Test basiert auf einem Vorserienmodell aus der Kickstarter-Kampagne. Die Vorbestellphase ist inzwischen abgeschlossen, laut Hersteller läuft die Auslieferung der ersten Geräte bereits. Interessenten können sich auf der Herstellerseite aktuell per Mail für Release-Updates registrieren lassen. Der reguläre Marktstart soll später im Jahr folgen. Einen genaueren Termin gibt es derzeit noch nicht.

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Design und Verarbeitung

Schon beim Auspacken zeigt sich, dass Ugreen beim iDX6011 Pro deutlich gegenüber bisherigen NAS-Modellen nachgelegt hat. Das Vollaluminiumgehäuse misst 212 × 348,8 × 260 Millimeter (H × B × T) und bringt 9,2 Kilogramm auf die Waage. Mit sechs eingebauten Festplatten erhöht sich das Gewicht spürbar, was dem System eine satte Standfestigkeit verleiht.

Die Spaltmaße sind durchgehend präzise, scharfe Kanten oder Materialfehler sind uns im Test nicht aufgefallen. Die matte Oberfläche wirkt hochwertig und bleibt vergleichsweise unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Auch der Innenraum ist sauber gestaltet. Die Laufwerksanschlüsse sitzen stabil, die Kabelführung wirkt sauber umgesetzt.

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Auf der Front stechen sechs werkzeuglos zugängliche Laufwerksrahmen hervor. Sie lassen sich auf Wunsch verriegeln und schützen so vor unbefugtem Zugriff. 3,5-Zoll-Festplatten gleiten schraubenfrei in die Rahmen. Wer 2,5-Zoll-Laufwerke verbauen möchte, greift zu den beiliegenden Schrauben.

Das markanteste Designelement ist das 3,7-Zoll-Touchdisplay an der Front. Es zeigt Auslastung von CPU, NPU, GPU und RAM, lässt sich per Wischgeste durchblättern und liefert Temperaturen der HDDs sowie Netzwerkstatistiken. Eine Steuerung des NAS ist darüber nicht vorgesehen, der Mehrwert liegt klar bei der Live-Visualisierung. Im Test erwies sich das Display überraschend oft als praktisch, weil sich der Systemzustand ohne Webzugriff erfassen lässt.

Anschlüsse verteilen sich auf Vorder- und Rückseite. Vorn sitzen zwei Thunderbolt-4-Ports, ein USB-A-3.2-Anschluss, ein SD-4.0-Kartenleser und der Power-Knopf.

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Die Rückseite trägt zwei 10-Gbit-Ethernet-Ports, einen weiteren USB-A-3.2-Anschluss, zwei USB-2.0-Buchsen, einen HDMI-2.1-Ausgang mit 8K-Unterstützung sowie einen OCuLink-Port. Eine derart breite Anschlussausstattung ist in dieser Klasse derzeit selten.

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Die Kühlung übernehmen zwei rückseitige 120-mm-Lüfter, die kalte Luft ansaugen, sowie zwei flache Coolcox-Lüfter im CPU-Kühler am Boden. Hinzu kommt ein interner Netzteillüfter, womit das System auf insgesamt fünf Lüfter kommt. Vier Heatpipes leiten die Wärme ab. Im Leerlauf agiert das Gerät leise und unauffällig. Erst unter Volllast werden die Lüfter hörbar.
Ausstattung

Im Inneren arbeitet ein Intel Core Ultra 7 255H aus der Arrow-Lake-H-Generation. Der Prozessor bietet 16 Kerne und 16 Threads, taktet bis zu 5,1 GHz und erreicht gemeinsam mit der integrierten Arc-GPU und der NPU eine kombinierte KI-Leistung von bis zu 96 TOPS. Mit 28 Watt TDP arbeitet die CPU kontrolliert, ohne dass die Kühlung überfordert wird.

Im Vergleich zum kleineren iDX6011 mit Core Ultra 5 125H und 33 TOPS fällt die kombinierte KI-Leistung des Pro-Modells rechnerisch fast dreimal so hoch aus.

Beim Arbeitsspeicher setzt Ugreen auf 64 GB LPDDR5X mit bis zu 8.400 MT/s. Die hohe Bandbreite kommt vor allem den lokalen Sprachmodellen zugute, die direkt aus dem RAM operieren. Allerdings ist der Speicher fest verlötet. Ein späteres Upgrade durch den Anwender ist somit ausgeschlossen. Wer sich daran stört, sollte das vor dem Kauf bedenken.

Bei den Laufwerken ist das NAS sehr flexibel aufgestellt. Sechs SATA-Bays nehmen 3,5- und 2,5-Zoll-Laufwerke auf, dazu kommen zwei M.2-NVMe-Slots mit PCIe 4.0 x4. Beide M.2-Plätze liegen hinter einer seitlichen Abdeckung, das passende Werkzeug liegt bei. Auch zusätzliche Kühlkörper für die NVMe-SSDs sind im Lieferumfang enthalten. Maximal sind 196 TB an HDD-Speicher plus 16 TB SSD-Kapazität möglich, womit sich Bruttokapazitäten jenseits der 200-TB-Marke realisieren lassen.

Hinter der Seitenwand wartet außerdem ein PCIe-4.0-x8-Slot. Da der Slot nach hinten offen ist, lassen sich auch längere Karten verbauen. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den Slot, was die Auswahl an Erweiterungskarten begrenzt. Leistungsstarke Grafikkarten sind hier nicht vorgesehen, dafür gibt es OCuLink mit 64 Gbit/s und zwei Thunderbolt-4-Ports mit jeweils 40 Gbit/s. Damit lassen sich externe GPU-Docks anschließen, um etwa eine Nvidia-RTX-Karte für KI-Beschleunigung einzubinden.

Die Netzwerkanbindung erfolgt über zwei 10-Gbit-Ports, die per Link Aggregation gebündelt werden können. Der HDMI-2.1-Ausgang gibt Bildmaterial bis 8K aus. Das interne 300-Watt-Netzteil von Channel Well Technology versorgt das System zuverlässig. Insgesamt fünf Lüfter halten die Komponenten kühl. Eine 128-GB-SSD beherbergt das Betriebssystem UGOS Pro getrennt von den Datenlaufwerken.
Das leistet das NAS-OS

UGOS Pro steuert sämtliche NAS-Funktionen. Das Linux-basierte Betriebssystem hat sich in den letzten Monaten merklich weiterentwickelt und bietet eine moderne, übersichtliche Weboberfläche. Wer Synology-DSM kennt, findet sich schnell zurecht.

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Im App Center stehen zentrale Anwendungen bereit, darunter Foto- und Videozentrum, Dateimanager, Backup-Tools, Docker und ein Virtualisierungspaket für vollwertige VMs. Snapshots und Dateiversionierung sind über btrfs verfügbar, ext4 wird ebenfalls unterstützt. Damit sind die wichtigsten Schutzfunktionen gegen versehentliches Löschen abgedeckt.

Problematisch bleibt weiterhin die fehlende native Verschlüsselung. Eine Ordner- oder Volume-Verschlüsselung ist weiterhin nicht vorgesehen. Der separat installierbare Tresor schafft zwar einen geschützten Bereich, lässt sich aber weder als Freigabeordner einbinden noch über SMB ansprechen. Automatisierte Backups in den verschlüsselten Bereich sind nicht möglich. Hier muss Ugreen perspektivisch nachlegen, wenn das System professionellen Anforderungen genügen soll.

Die Verwaltung mehrerer Benutzer und Gruppen funktioniert sauber, die Rechtevergabe auf Ordnerebene ist granular. Cloud-Sync-Lösungen, FTP, WebDAV und SMB sind selbstverständlich an Bord. Im Vergleich zu Synologys DSM wirkt UGOS Pro an vielen Stellen noch weniger ausgereift, der Funktionsumfang ist aber bereits beachtlich.

UGOS Pro hat sich funktional sichtbar weiterentwickelt, erreicht beim Software-Ökosystem aber bisher nicht die Reife etablierter Plattformen wie Synology DSM oder QNAP QTS. Besonders bei Drittanbieter-Apps, Langzeit-Support, Enterprise-Funktionen und der Backup-Integration bleibt Ugreen derzeit hinter den Marktführern zurück. Auch die langfristige Updatepolitik muss sich erst über mehrere Jahre im Markt beweisen.

Einrichtung und Inbetriebnahme

Vor dem ersten Start setzen wir die sechs WD-Red-HDDs mit jeweils 4 TB in die werkzeuglosen Laufwerksrahmen. Bei 3,5-Zoll-Modellen rasten die Festplatten ohne Schrauben ein, ein praktisches Detail, das den Einbau auf wenige Minuten verkürzt. Anschließend stecken wir die Rahmen zurück in die Bays, bis sie spürbar einrasten.

Die Ersteinrichtung erfolgt problemlos über die Smartphone-App. Nach dem Anschluss an Strom und Netzwerk laden wir die kostenlose UGREEN-NAS-App aus dem App Store. Die App findet das iDX6011 Pro automatisch im LAN und zeigt das Gerät unter “LAN-Geräte” an. Ein Tipp auf “Registrieren” startet die geführte Konfiguration. Wahlweise lässt sich auch der QR-Code auf dem Gehäuse scannen, falls das Gerät nicht direkt erkannt wird.

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Im Anschluss konfiguriert die App das System. Während der ein- bis zweiminütigen Einrichtungsphase richtet UGOS Pro die lokalen Konten ein, lädt Systemdateien und startet das NAS einmal neu. Danach führt ein Assistent durch die Grundkonfiguration. Benutzername und Passwort sind in wenigen Schritten festgelegt, anschließend folgt der Speicherpool.

UGOS Pro unterstützt Basic, JBOD sowie RAID 0, 1, 5, 6 und 10. Praktisch ist, dass die App zu jedem RAID-Level direkt die nutzbare Kapazität und den jeweiligen Schutz vor Laufwerksausfällen anzeigt. Bei sechs 4-TB-Festplatten ergibt RAID 5 rund 18,1 TB nutzbaren Speicher und schützt vor dem Ausfall eines Laufwerks. RAID 6 reduziert die Kapazität auf 14,5 TB, übersteht dafür aber zwei gleichzeitige Ausfälle.

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Wir entscheiden uns für RAID 5 als sinnvollen Kompromiss zwischen Kapazität und Ausfallsicherheit. Im nächsten Schritt erstellen wir das Volume mit dem Dateisystem btrfs, das Snapshots, Speicherquoten und erweiterten Schutz der Datenintegrität für freigegebene Ordner unterstützt. Eine Sicherheitsabfrage weist nochmals darauf hin, dass alle Daten auf den Festplatten gelöscht werden. Nach der Bestätigung legt das System los.

Die Volume-Erstellung dauert je nach Plattengröße einige Stunden. In dieser Zeit lässt sich das NAS bereits eingeschränkt nutzen. Eine kleine Aufgabenliste in der App führt durch die letzten Schritte: ersten Ordner anlegen, Dateien hochladen, Remotezugriff einrichten und den KI-Assistenten Uliya über den PC-Client oder das Web aktivieren. Das System bietet drei Ordnertypen an. Persönliche Ordner stehen jedem Nutzer für eigene Daten zur Verfügung, freigegebene Ordner ermöglichen die Zusammenarbeit mit konfigurierbaren Berechtigungen, und Benutzerordner bündeln für Administratoren alle persönlichen Bereiche unter einem Gerät.

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Auch ein erstes Update auf UGOS Pro 1.13.1.025 spielen wir gleich ein. Der Changelog zeigt, dass Ugreen aktiv an Verbesserungen arbeitet, etwa an der Lese- und Schreibleistung im RAID-10-Modus oder an optimierten Testmechanismen für Seagate-IronWolf-Festplatten. Nach dem Neustart steht das System für den produktiven Einsatz bereit.
Rechenleistung und KI-Funktionen

Gegenüber der bisherigen DXP-Serie legt die iDX-Reihe bei der Leistung deutlich zu. Der Intel Core Ultra 7 255H bewältigt parallele Workloads souverän. Im Test laufen mehrere Docker-Container, eine Windows-VM und ein Plex-Server gleichzeitig, ohne dass die Reaktion der Weboberfläche darunter leidet. Auch 4K-Transcoding über die integrierte Arc-Grafik klappt flüssig.

Die spannendste Neuerung des NASync iDX6011 Pro sind allerdings die lokalen KI-Funktionen. Während klassische NAS-Systeme vor allem als Speicher, Medienserver oder Backup-Zentrale dienen, erweitert Ugreen das Gerät um lokale Sprachmodelle direkt auf dem NAS. Statt Daten zwingend an Cloud-Dienste wie ChatGPT oder Claude zu übertragen, verarbeitet das System viele KI-Aufgaben direkt im eigenen Netzwerk. Gerade für datenschutzbewusste Anwender, kleine Unternehmen oder Kreative kann das ein wichtiger Vorteil sein.
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