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Radeon RX 9050 mit 4 GiB: AMD bestätigt die Sparmaßnahmen

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 15:24
von ww_michael
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AMD hat die vollständigen technischen Spezifikationen der Radeon RX 9050 mit 4 GiB veröffentlicht. Neben dem Speicherinterface halbiert der Hersteller auch den Infinity Cache auf 16 MiByte. Das Ergebnis gab es in dieser Form schon einmal.
AMD bestätigt Sparmaßnahmen der Radeon RX 9050 mit 4 GiB

Die Radeon RX 9050 mit 4 GiByte nutzt ein 64 Bit breites Speicherinterface, 16 MiByte Infinity Cache und erreicht 144 GiB/s. Seit dem 20. August 2026 führt AMD die Karte auf einer eigenen Produktseite. Dort zu finden sind erstmalig alle technischen Spezifikationen. Zuvor war lediglich die halbierte Interface-Breite aus einem zwischenzeitlich entfernten offiziellen Datenblatt von Asrock bekannt.

64 Bit, 16 MiByte Infinity Cache und 144 GByte/s

Der Vergleich mit dem Einzelhandelsmodell zeigt: AMD kürzt gleich zwei Kennwerte der Einsteiger-Grafikkarte. Die Radeon RX 9050 mit 8 GiB besitzt 128 Bit, 32 MiB Infinity Cache und erreicht 288 GiB/s. Die Geschwindigkeit des GDDR6-Speichers bleibt mit 18 GT/s unverändert. Die halbe Bandbreite entsteht allein durch das schmalere Speicherinterface, welches mit nur 64 Bit auskommen muss.Der Grafikprozessor bleibt unangetastet

Am Grafikprozessor ändert AMD nichts. Beide Modelle nutzen einen Navi 44 XE mit nur 16 Compute Units ("CUs"), 1.024 Shader-Einheiten ("ALUs"), 16 Raytracing- sowie 32 KI-Beschleunigern. Der typische Game-Takt liegt bei 1.920 MHz, der Boost bei bis zu 2.600 MHz. Die typische Boardleistung, die TBP ("Total Board Power") beträgt demnach 92 Watt. Vorgesehen sind ein achtpoliger Stromstecker und ein Markennetzteil mit einer Nennleistung von mindestens 450 Watt.

Für die Spieleleistung rückt damit vor allem das Speicher-Subsystem in den Fokus. Rechenwerk, Takt und Boardleistung sind identisch spezifiziert.

Zwei Werte verdienen einen genaueren Blick. AMD nennt 10,6 TFLOPS FP32 und damit den Dual-Issue-Wert. Rechnerisch ergeben 1.024 Shader-Einheiten bei 2.600 MHz 5,3 TFLOPS. Auch die angegebene Pixelfüllrate von 166,4 GPixel/s lässt sich nur mit 64 Rasterendstufen darstellen. AMDs eigene Produktseite stützt damit die 64 ROPs, an denen nach Auswertung von Karten-BIOS-Daten zuletzt Zweifel aufgekommen waren. Beide Rechnungen stammen von PCGH.
Ein Speicher-Subsystem aus dem Januar 2022

Die Radeon RX 6500 XT kam im Januar 2022 mit exakt derselben Speicherkonfiguration auf den Markt: 4 GiB GDDR6 mit 18 Gbps, 64 Bit, 144 GiB/s und 16 MiByte Infinity Cache. Auch die 1.024 Shader-Einheiten stimmen überein. Der Vergleich der beiden AMD-Produktseiten stammt von PCGH.

Technisch liegt die RX 9050 trotzdem deutlich weiter vorn. Sie basiert auf RDNA 4 statt RDNA 2, beherrscht AV1-Encoding und -Decoding in Hardware, bietet DisplayPort 2.1a und HDMI 2.1b und unterstützt aktuelle FSR-Verfahren einschließlich FSR 4.1 und ML-gestützter Frame Generation. Gleichzeitig sinkt die Leistungsaufnahme von 113 auf 92 Watt. Spieler sollten aufgrund von 4 GiB dennoch Abstand nehmen.

Beim Takt gewinnt dagegen die ältere Karte. Die Radeon RX 6500 XT boostete auf bis zu 2.815 MHz. Wie stark deren knappes Speicher-Subsystem schon damals bremste, hat PCGH im Test der Radeon RX 6500 XT gemessen.
Die Speicherkrise als naheliegendes Motiv

Die Sparmaßnahme fällt in eine Phase stark gestiegener Grafikspeicherpreise. Am Spotmarkt kosteten die Speicherbausteine ("ICs") für 16 GiB GDDR6 bereits Anfang Juli 2026 mehr als 180 US-Dollar. Für August hat AMD seinen Boardpartnern zudem eine Preiserhöhung von mindestens zehn Prozent bestätigt.

Wer den Speicherausbau halbiert, verbaut zwei statt vier GDDR6-Bausteine mit je 2 GiB. Gespart wird damit an der teuersten Position der Stückliste. AMD selbst stellt diesen Zusammenhang allerdings nicht her. Der Hersteller begründet die 4-GiB-Version ausschließlich mit dem Zuschnitt auf ein einzelnes Partnersystem.

Die Speicherkrise bleibt als Motiv daher plausibel, aber unbelegt. Wie sich die Lage zuletzt entwickelt hat, zeigt die aktuelle Preisrunde am europäischen Grafikkartenmarkt.
Was das für Käufer in Deutschland bedeutet

In Deutschland ist die Radeon RX 9050 vorerst weder mit 8 noch mit 4 GiB erhältlich. Das Einzelhandelsmodell startete für 279 US-Dollar in Asien-Pazifik, Japan und Lateinamerika. Für die Spieler hierzulande kein wirklicher Verlust.

AMD hat bereits bestätigt, dass diese Version für ein einzelnes Partnersystem entwickelt wurde: den CyberPowerPC - Gamer Master, welcher über die amerikanische E-Commerce-Plattform Best Buy verkauft wird.

Beide Karten heißen Radeon RX 9050. Wer einen Fertig-PC mit diesem Modell erwägt, sollte deshalb auf Speicherausbau und Interface-Breite achten. 4 GiB an 64 Bit bedeuten die halbe Bandbreite von 8 GiB an 128 Bit.

Unabhängige Messwerte fehlen weiterhin. AMD hat den Boardpartnern den Versand von Testmustern untersagt, wie Hardware Unboxed öffentlich gemacht hat.