Belauschen LG-Fernseher Nutzer im Standby? So reagiert der Hersteller auf die Vorwürfe
Verfasst: Dienstag 15. September 2026, 18:36
Laut einer Untersuchung sollen Smart-TVs von LG ihre Nutzer:innen belauschen. Das passiert selbst dann, wenn die Geräte eigentlich ausgeschaltet sind. Welche Daten sie noch sammeln können.

Der Youtube-Kanal Gamers Nexus hat eine ausführliche Untersuchung in Form eines mehr als zweistündigen Videos veröffentlicht. Sie haben sich zusammen mit den Sicherheitsforscher:innen von Level1Techs smarte LG-Fernseher vorgenommen. Die Geräte (und auch Smart-TVs anderer Hersteller) setzen auf ACR. Das steht für „Automatic Content Recognition“ und klingt im ersten Moment ziemlich undurchschaubar. Dahinter steckt laut Gamers Nexus eine großangelegte Überwachung der LG-Nutzer:innen.
Für die Untersuchung haben die Forscher:innen unter anderem Tools wie Wireshark genutzt. Damit konnten sie die Netzwerkaktivitäten von LG-Fernsehern untersuchen, die mit dem Internet verbunden waren. Normalerweise wird ARC dazu genutzt, um generelle Informationen von den User:innen zu sammeln. Etwa, welche Serien und Filme sie angeschaut und nach welchen Begriffen sie in Apps gesucht haben. Daraus werden dann personalisierte Werbeanzeigen generiert. Doch LG-TVs gehen laut der Untersuchung noch mehrere Schritte weiter.
Während der Analyse konnten die Forscher:innen feststellen, dass LG-Fernseher Transkripte von Gesprächen um sich herum in Klartext erstellen. Das passiert meist über das eingebaute Mikrofon in der Fernbedienung der Geräte oder über angeschlossene Peripherie wie eine Webcam. Die Konversationen beschränkten sich nicht nur auf TV-Befehle, sondern fanden auch abseits davon statt. Sie enthielten auch sensible Informationen im Klartext. Darunter etwa: „LG, meine Sozialversicherungsnummer lautet …“ und „Meine Kreditkarteninformationen lauten …“.
Neben den Transkripten wurden auch kürzere Audioclips der Konversationen sowie Videoaufnahmen von einer angeschlossenen Webcam über das Internet an die Server von LG übertragen. Besonders gravierend ist, dass die Aufnahmen nicht nur dann angefertigt wurden, wenn die LG-TVs angeschaltet waren. Die Geräte waren ebenfalls im Standby zum Abhören imstande.
Über das Netzwerk können die LG-Geräte aber auch noch auf weitere Daten in ihrer Nähe zugreifen. Dazu zählen etwa die WLAN-Signalstärken und die Kanalnummern von anderen Netzwerken in der Nähe sowie der genaue Standort des Fernsehers. Ferner sind sie in der Lage, das eigene Netzwerk zu durchforsten und dort verbundene Geräte zu scannen.
So reagiert LG auf die Vorwürfe
Mittlerweile hat sich LG zu der Analyse von Games Nexus geäußert und ein ausführliches Statement veröffentlicht. Darin heißt es: „LG Smart-TVs nehmen Gespräche von Nutzer:innen nicht kontinuierlich auf oder übertragen sie. Sprache-zu-Text-Verarbeitungen beginnen erst, wenn die Sprachinteraktion durch ein Wake-Word ausgelöst oder der Sprach- oder KI-Knopf auf der Fernbedienung gedrückt wird.“
Sobald das passiert, geht der Fernseher in eine „Voice-Recognition-Session“ über, die erst dann endet, wenn keine Spracheingabe mehr festgestellt wird. Gibt es keinerlei Eingaben, laufen die Sessions automatisch nach zehn Sekunden ab. Alle Sessions sind auf maximal 18 Sekunden beschränkt. Dazu heißt es von LG: „Während einer aktiven Voice-Recognition-Session können Geräusche oder Sprache in der Nähe, die zeitgleich vonstattengehen, in den Spracheingaberesultaten auftauchen.“ Sprachdaten sollen zudem nicht für den späteren Upload auf dem Gerät gespeichert werden, sobald die Verbindung zum Internet wieder steht. Die Ergebnisse von Gamers Nexus widersprechen dieser Aussage allerdings.
Bei der ARC-Funktion betont LG, dass diese standardmäßig deaktiviert ist und nur mit Zustimmung der User:innen angeschaltet wird. Ist sie deaktiviert, fehlen aber Features wie Spracheingabe komplett. Zudem fällt das Lesen der ARC-AGB am Smart-TV äußerst umständlich aus. 2.700 Klicks mit der Fernbedienung und eine Lesezeit von etwa drei bis vier Stunden sind laut Gamers Nexus nötig, um alle Vor- und Nachteile des Features zu lesen.
Wie du das Datensammeln von LG-TVs unterbindest
Laut den Forscher:innen handelt es sich dabei nicht nur um ein regionales Problem. LGs Werbesparte Ad Solutions zeigt auf der eigenen Webseite, dass allein für den US-Markt Daten von mehr als 49 Millionen Smart-TVs bereitstehen. Weltweit sind es hingegen mehr als 216 Millionen LG-Geräte, die relevante Daten an das Unternehmen und damit wohl auch die werbetreibenden Partnerunternehmen liefern sollen.
Um der Datensammlung zu entgehen, reicht es nicht, einfach auf eine Streaming-Box zu wechseln und die smarten Funktionen des LG-Fernsehers nicht mehr zu nutzen. Das Gerät kann weiterhin Aufnahmen machen. Sämtliche gesammelten Daten werden dabei zunächst lokal auf den LG-Fernsehern gespeichert. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden sie an die Server weitergeleitet. Das bedeutet, dass Nutzer:innen das Ethernetkabel von ihrem LG‑TV abstöpseln oder die WLAN-Verbindung trennen müssen, um die Daten nicht mehr an die Server zu übertragen.

Der Youtube-Kanal Gamers Nexus hat eine ausführliche Untersuchung in Form eines mehr als zweistündigen Videos veröffentlicht. Sie haben sich zusammen mit den Sicherheitsforscher:innen von Level1Techs smarte LG-Fernseher vorgenommen. Die Geräte (und auch Smart-TVs anderer Hersteller) setzen auf ACR. Das steht für „Automatic Content Recognition“ und klingt im ersten Moment ziemlich undurchschaubar. Dahinter steckt laut Gamers Nexus eine großangelegte Überwachung der LG-Nutzer:innen.
Für die Untersuchung haben die Forscher:innen unter anderem Tools wie Wireshark genutzt. Damit konnten sie die Netzwerkaktivitäten von LG-Fernsehern untersuchen, die mit dem Internet verbunden waren. Normalerweise wird ARC dazu genutzt, um generelle Informationen von den User:innen zu sammeln. Etwa, welche Serien und Filme sie angeschaut und nach welchen Begriffen sie in Apps gesucht haben. Daraus werden dann personalisierte Werbeanzeigen generiert. Doch LG-TVs gehen laut der Untersuchung noch mehrere Schritte weiter.
Während der Analyse konnten die Forscher:innen feststellen, dass LG-Fernseher Transkripte von Gesprächen um sich herum in Klartext erstellen. Das passiert meist über das eingebaute Mikrofon in der Fernbedienung der Geräte oder über angeschlossene Peripherie wie eine Webcam. Die Konversationen beschränkten sich nicht nur auf TV-Befehle, sondern fanden auch abseits davon statt. Sie enthielten auch sensible Informationen im Klartext. Darunter etwa: „LG, meine Sozialversicherungsnummer lautet …“ und „Meine Kreditkarteninformationen lauten …“.
Neben den Transkripten wurden auch kürzere Audioclips der Konversationen sowie Videoaufnahmen von einer angeschlossenen Webcam über das Internet an die Server von LG übertragen. Besonders gravierend ist, dass die Aufnahmen nicht nur dann angefertigt wurden, wenn die LG-TVs angeschaltet waren. Die Geräte waren ebenfalls im Standby zum Abhören imstande.
Über das Netzwerk können die LG-Geräte aber auch noch auf weitere Daten in ihrer Nähe zugreifen. Dazu zählen etwa die WLAN-Signalstärken und die Kanalnummern von anderen Netzwerken in der Nähe sowie der genaue Standort des Fernsehers. Ferner sind sie in der Lage, das eigene Netzwerk zu durchforsten und dort verbundene Geräte zu scannen.
So reagiert LG auf die Vorwürfe
Mittlerweile hat sich LG zu der Analyse von Games Nexus geäußert und ein ausführliches Statement veröffentlicht. Darin heißt es: „LG Smart-TVs nehmen Gespräche von Nutzer:innen nicht kontinuierlich auf oder übertragen sie. Sprache-zu-Text-Verarbeitungen beginnen erst, wenn die Sprachinteraktion durch ein Wake-Word ausgelöst oder der Sprach- oder KI-Knopf auf der Fernbedienung gedrückt wird.“
Sobald das passiert, geht der Fernseher in eine „Voice-Recognition-Session“ über, die erst dann endet, wenn keine Spracheingabe mehr festgestellt wird. Gibt es keinerlei Eingaben, laufen die Sessions automatisch nach zehn Sekunden ab. Alle Sessions sind auf maximal 18 Sekunden beschränkt. Dazu heißt es von LG: „Während einer aktiven Voice-Recognition-Session können Geräusche oder Sprache in der Nähe, die zeitgleich vonstattengehen, in den Spracheingaberesultaten auftauchen.“ Sprachdaten sollen zudem nicht für den späteren Upload auf dem Gerät gespeichert werden, sobald die Verbindung zum Internet wieder steht. Die Ergebnisse von Gamers Nexus widersprechen dieser Aussage allerdings.
Bei der ARC-Funktion betont LG, dass diese standardmäßig deaktiviert ist und nur mit Zustimmung der User:innen angeschaltet wird. Ist sie deaktiviert, fehlen aber Features wie Spracheingabe komplett. Zudem fällt das Lesen der ARC-AGB am Smart-TV äußerst umständlich aus. 2.700 Klicks mit der Fernbedienung und eine Lesezeit von etwa drei bis vier Stunden sind laut Gamers Nexus nötig, um alle Vor- und Nachteile des Features zu lesen.
Wie du das Datensammeln von LG-TVs unterbindest
Laut den Forscher:innen handelt es sich dabei nicht nur um ein regionales Problem. LGs Werbesparte Ad Solutions zeigt auf der eigenen Webseite, dass allein für den US-Markt Daten von mehr als 49 Millionen Smart-TVs bereitstehen. Weltweit sind es hingegen mehr als 216 Millionen LG-Geräte, die relevante Daten an das Unternehmen und damit wohl auch die werbetreibenden Partnerunternehmen liefern sollen.
Um der Datensammlung zu entgehen, reicht es nicht, einfach auf eine Streaming-Box zu wechseln und die smarten Funktionen des LG-Fernsehers nicht mehr zu nutzen. Das Gerät kann weiterhin Aufnahmen machen. Sämtliche gesammelten Daten werden dabei zunächst lokal auf den LG-Fernsehern gespeichert. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden sie an die Server weitergeleitet. Das bedeutet, dass Nutzer:innen das Ethernetkabel von ihrem LG‑TV abstöpseln oder die WLAN-Verbindung trennen müssen, um die Daten nicht mehr an die Server zu übertragen.