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DDR5 wird im vierten Quartal teurer: Trendforce kassiert die Sommer-Prognose

Verfasst: Samstag 26. September 2026, 13:55
von ww_michael
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Für das vierte Quartal 2026 erwartet Trendforce stärker steigende DRAM-Vertragspreise als noch im Sommer, PC- und Server-DRAM führen den Anstieg an. Für Aufrüster heißt das: Warten auf günstigeres DDR5 zum Jahresende spart kein Geld mehr.

Die Marktforscher von Trendforce haben ihre Erwartungen für die DRAM-Vertragspreise im vierten Quartal 2026 angehoben und damit die eigene Prognose aus diesem Sommer nach oben korrigiert. In ihrem DRAM-Wochenbericht vom 23. September sprechen die Marktbeobachter ausdrücklich von einer höheren Q4-Prognose, angeführt von steigenden Speicherpreisen für die PC-Speichermodule und Server-DRAM.

Auch der Quartalsausblick vom 24. September bestätigt die Richtung. Relevant ist das für alle, die ein System mit AMDs Sockel AM5 ("LGA-1718") oder Intel LGA 1851 aufbauen oder auf 32, 48 oder 64 GiB aufrüsten wollen.

Der Abgleich mit dem PCGH-Stichtag vom 15. August zeigt, dass der Einzelhandel die Prognose bereits in weiten Teilen vorwegnimmt: DDR5-Speicherkits kosten inzwischen 12 bis 14 Prozent mehr, DDR4-Arbeitsspeicher tritt auf hohen Niveau auf der Stelle.
DDR5-Preise im Q4/2026: Trendforce korrigiert Prognose

Noch im Sommer hatte Trendforce eine mögliche Abflachung in Aussicht gestellt. Für das dritte Quartal kalkulierten die Marktforscher bei konventionellem DRAM mit einem Plus von 13 bis 18 Prozent und nannten die schwächere Consumer-Nachfrage sowie die hohe Vergleichsbasis als Bremse. Für Mobile-DRAM erwartete Trendforce Anfang August, dass die Aufschläge im vierten Quartal weiter zusammenlaufen.

Der neue Ausblick liest sich hingegen ganz anders. Die Hersteller verlagern ihre Kapazitäten weiter zu HBM ("High Bandwidth Memory") und Server-DRAM, während Cloud-Anbieter zusätzliche RDIMMs für KI-Agenten ("Agentic AI") ordern.
Konkrete Prozentwerte für PC-DRAM stehen nur in der kostenpflichtigen Vollversion; öffentlich beziffert Trendforce lediglich die Flash-Seite mit 15 bis 20 Prozent Aufschlag für NAND. Wie stark die Speicherkosten bereits bei Endkunden ankommen, hatte zuletzt der Hersteller XMG mit Notebook-Aufschlägen von bis zu 300 Euro vorgerechnet.
Warum schwache Notebook-Verkäufe die RAM-Preise nicht bremsen

Die RAM-Preise haben sich von der Endkundennachfrage entkoppelt, obwohl Trendforce für 2026 mit 9,4 Prozent weniger ausgelieferten Notebooks rechnet. Dieser Engpass liegt auf der Angebotsseite: Jeder Wafer, den Samsung, SK Hynix und Micron für HBM oder Server-Module einplanen, fehlt bei DDR5 für den Desktop.

Solange ein RDIMM mehr Marge abwirft als ein UDIMM, ändert auch eine schwächere Notebook-Nachfrage wenig an dieser Rechnung. Cloud-Anbieter mit Langfristverträgen genießen zudem teils gedeckelte Preisaufschläge, während die Erhöhungen indes bei den Abnehmern ohne solche Verträge landen. Dazu dürften auch die Modulhersteller zählen, die den Einzelhandel beliefern.

Am Spotmarkt zeigt sich das als zäher Stillstand auf hohem Niveau. Trendforce beschreibt den Spothandel am 24. September als schwunglos, die Käufer hielten sich zurück.

Der Durchschnittspreis für DDR5-Speicherchips mit 16 Gbit stieg trotzdem um weitere 0,29 Prozent. Ein DDR5-UDIMM mit 16 GiB notierte Mitte September am Modul-Spotmarkt bei knapp 236 US-Dollar. Zwei Module kosten damit bereits im Großhandel rund 471 US-Dollar, ohne Mehrwertsteuer und Händlermarge.
RAM-Preise im PCGH-Check: DDR5 zieht an, DDR4 stagniert

Den Marktpreis für 32 GiB DDR5-6000 CL30 markiert am 25. September das Patriot Viper Venom mit 479 Euro, das sind 50 Euro mehr als beim PCGH-Stichtag im August. Alternate unterbietet diesen Preis an dem Tag mit 449 Euro, hatte für dasselbe Kit am Vortag aber noch 500 Euro verlangt. Das Kingston Fury Beast mit identischer CAS-Latenz kostet 589 Euro, also 110 Euro Aufpreis für tRCD und tRP von 36 statt 40 Takten. Für die meisten Spieler bleibt die 32-GiB-Klasse der Maßstab, 64 GiB betreffen eher Workstations und lokale KI-Anwendungen.

Dort fehlt der frühere Mengenrabatt weiterhin. Das Kingston Fury Beast mit 64 GiB kostet 1.179 Euro und je GiB bis auf einen Cent so viel wie die 32-GiB-Variante. DDR4 entwickelt sich gegenläufig: 32 GiB DDR4-3200 CL16 sind wie im August für rund 210 Euro zu haben, der Spotpreis für DDR4-Chips mit 16 Gbit gab am 24. September sogar leicht nach. Das Gesamtniveau bleibt extrem. Laut einer Stichprobe von ComputerBase lagen Desktop-RAM-Kits Mitte September im Schnitt 370 Prozent über dem Vorjahr.
RAM jetzt kaufen oder warten? Die Rechnung für Aufrüster

Auf günstigeres DDR5 im vierten Quartal zu warten, lohnt sich nach der neuen Trendforce-Prognose nicht: Der Einzalhandel hat binnen sechs Wochen so kräftig aufgeschlagen, wie Trendforce es im Sommer für die Vertragspreise eines ganzen Quartals erwartet hatte.

Wer ein neues System auf Basis von AM5 oder LGA-1851 plant, greift zum günstigsten DDR5-6000-Kit. Bei Ryzen 7000 ("Raphael") und Ryzen 9000 ("Granite Ridge") takten Speichercontroller und Speicher auf dieser Stufe im Verhältnis 1:1. Bei der Latenz lässt sich dagegen sparen: Das Crucial Pro mit DDR5-6000 CL36 startet bei 444 Euro.

Am günstigsten fahren Besitzer einer DDR4-Plattform wie AM4 oder LGA 1700, denn mit rund 6,50 Euro je GiB kostet DDR4 weniger als halb so viel wie DDR5. Der Plattformwechsel ist aktuell die teuerste Form des Aufrüstens.

Die im August von PCGH genannte Option, sechs bis zwölf Monate abzuwarten, bleibt damit vor allem jenen vorbehalten, die ihr System bis dahin unverändert nutzen können.

Mit sinkenden Preisen vor 2027 rechnet keine der großen Prognosen, Bernstein und Gartner nennen erst 2028 als mögliches Jahr eines echten Preisverfalls. Wer kaufen muss, setzt im PCGH-Preisvergleich einen Preisalarm auf das gewünschte Kit. Tagesangebote wie jenes von Alternate unterbieten den Marktpreis auch in der Speicherkrise um bis zu 30 Euro.