
Firefox-Chef Ajit Varma hat in einem Blogeintrag angekündigt, dass Nutzer künftig mit einem einzigen Schalter sämtliche KI-Funktionen des Browsers dauerhaft und mit einem Klick abschalten können. Losgehen soll es mit der Version 148, die Ende des Monats erscheinen soll. Damit löst Mozilla ein Versprechen ein, das das Unternehmen schon Mitte Dezember gegeben hatte – nach heftigen Nutzerprotesten wegen immer mehr KI in der Web-Software.
Varma versprach weiter, dass die Einstellung über Updates hinweg erhalten bleibt. Wer den Schalter einmal auf „Aus“ stellt, wird laut dem Firefox-Chef auch keine Pop-ups oder andere Hinweise zu KI-Funktionen mehr erhalten, die nachträglich zur Aktivierung locken.
Zusätzliche Kontrolle durch individuelle Einstellungen
Neben dem zentralen KI-Schalter führt Mozilla aber auch separate Einstellungsmöglichkeiten für einzelne KI-Funktionen ein. Nutzer können damit gezielt auswählen, welche Funktionen sie verwenden möchten. Darunter sind:
Automatische Übersetzungen von Websites
KI-generierte Beschreibungstexte in PDFs
KI-generierte Tab-Gruppen
KI-Vorschauen bei Links
Chatbot-Einblendung neben dem Browserfenster
Reaktion auf heftige Kritik
Varma räumt in seiner Ankündigung ein, dass „viele“ Nutzer gar keine KI im Browser wünschen. Gleichzeitig hätten sich einige User „andere“ KI-Werkzeuge gewünscht, die „wirklich nützlich“ sind. Die schnelle Einführung der Abschaltmöglichkeit legt nahe, wie ernst Mozilla die Kritik nimmt. Die Ankündigung vom Dezember, Firefox umfassend mit KI-Funktionen auszustatten, hatte zu vielen Diskussionen geführt. Mozilla erhoffte sich mit der KI-Integration eigentlich, die seit Jahren sinkenden Marktanteile des Browsers zu stabilisieren.
Unklar ist bislang noch, wie tief der neue KI-Schalter technisch reicht. Denn die grundlegende KI-Infrastruktur könnte im Browser bleiben. Zu diesen Details äußert sich Varma in seiner Ankündigung nicht.
Browser-Markt gespalten bei KI-Strategie
Der Umgang mit KI-Funktionen spaltet derzeit die Browser-Hersteller. Während Mozilla trotz der Kritik an seiner KI-Strategie grundsätzlich bei Firefox festhält, positionierte sich Konkurrent Vivaldi aus Norwegen erst letzte Woche mit einem Update als „Mittelfinger gegen KI“. Vivaldi-CEO Jon von Tetzchner kritisierte, die Branche würde mit dem Wettrennen um KI-Funktionen am eigentlichen Problem vorbeigehen, Browser besser zu machen.
Gleichzeitig entwickeln diverse Firmen, darunter insbesondere die KI-Konzerne selbst, Browser, bei denen KI nicht nur Zusatzfunktion, sondern zentrales Element ist.

